Internetnutzung in Zeiten von COVID-19, ein Thema zur Sorge?

COVID-19 erreichte die Welt abrupt. Mit Ursprung in Asien verbreitete sich das Virus unkontrolliert auf dem gesamten Globus. Schnell befanden wir uns in einer weltweiten Pandemie. Gesundheitssysteme wurden auf die Probe gestellt, Wirtschaften erlitten ein großes Tief, die Stärken der Globalisierung wurden in Frage gestellt. Doch ein Medium sorgte von Anfang an für Verbundenheit, Fortschritt und Hoffnung: Das Internet.

Netzbetreiber reagieren früh

In Italien stieg die Internetnutzung zu Beginn der Pandemie um 70 Prozent. Schnell geriet man auch in Deutschland in Sorge. Die Nutzung des Internets könnte derart stark ansteigen, dass die Stabilität ganzer Systeme nicht weiter gewährleistet werden kann. Eine Sorge, die rückblickend weitgehend unberechtigt war. Schulen, Universitäten, Arbeitsgruppen, Büros und viele andere Bereiche, die bislang offline auskamen, bewegten sich zwar in Richtung Digitalisierung. Der Blackout blieb aber aus.

Die Deutsche Telekom hat bereits im Januar ihren Pandemieplan in Kraft gesetzt, damit im Notfall Behörden, Krankenhäuser und Rettungsdienste Vorrang haben, falls es knapp wird. 

Aber auch Dienste, wie Netflix und Youtube haben ihre Übertragungsgeschwindigkeit gedrosselt, um eine Überlastung zu verhindern. Politik und Experten sehen keine Grund für Beunruhigungen. Es könne zwar vereinzelt zu Problemen kommen, doch für Bildung und Fortschritt soll mit einem stabilen Netz stets gesorgt sein, so heißt es.  

Videokonferenzen –, die Zukunft unserer Meetings?

Die Nutzung von Videokonferenzen stieg im Vergleich zur Zeit vor Corona um über 50 Prozent an und wächst stetig weiter. Die meisten Arbeitskräfte sind nun im Home-Office und müssen zwangsläufig auf Video-Conferencing Tools zurückgreifen, um zu Fortschritt in ihrer Arbeit zu kommen und nicht zurückzufallen. Auch dies führte zur Angst von einer Überlastung der Netze, denn ein Videocall verursacht weitaus höhere Datenströme als vergleichsweise eine E-Mail.

Ein absoluter Gewinner der Covid-19- Phase ist Zoom. Eric Yuan, Gründer von Zoom, teilte mit, die täglichen Nutzer seien von 10 Millionen Usern vor der Pandemie auf 200 Millionen Nutzer aktuell gestiegen. 

Deutschland macht Fortschritt in der Digitalisierung 

Während der Pandemie hat Deutschland einen so großen Fortschritt in die Digitalisierung gemacht wie nie zuvor. – Nicht wirklich technologisch, aber viel mehr kulturell. Unternehmen, die noch sehr basic in Sachen Technologie aufgestellt waren, wandelten immer mehr Prozesse digital um, Themen, die rauf und runter diskutiert wurden, werden jetzt einfach umgesetzt. In der Not ist die Offenheit und der Mut zu neuen Wegen und neuen Möglichkeiten weitaus höher, was in einem riesigen Lernprozess und Fortschritt resultiert. 

Die erhöhte Nutzung des Internets birgt auch Gefahren

Das Internet ist unverhandelbar ein Segen für alle in Zeiten wie diesen. Das Leben lässt sich weitestgehend fortleben, man bleibt verbunden mit seinen Lieben, hat die Möglichkeit abgelenkt zu werden und Teil der Allgemeinheit zu bleiben. Doch es bringt auch Gefahren mit sich.

Ein großer Aspekt ist die Datensicherheit. Mit dem rapiden Wachstum von Plattformen, wie Zoom oder Houseparty kommt die Frage schnell auf, wie sicher unsere Daten in diesen Netzwerken tatsächlich sind. Viele Tools kennen die meisten nicht und sie tauchen momentan auf. Die Allgemeinnutzung der Menschen verbreiten diese. Bei Zoom ist es zum Beispiel möglich, allein mit dem Link in einen Call zu gelangen und so gab es bereits Vorfälle in denen Schulstunden mit Beschimpfungen oder dem Vorzeigen von extrimistischen Symbolen gestört wurden.

Aber gerade für Kinder tauchen Gefahren auf. Unicef warnt vor höheren Risiken für Kinder durch Covid-19. Durch die erhöhte Nutzung des Internets auch von Kindern, ist die Zahl von Kinderrechtsverletzungen gestiegen und Täterinnen und Täter nutzen diese Situation aus. Besonders Schulen und Eltern müssen in dieser Zeit zusammenarbeiten und Politik und Technologieanbieter für mehr Schutz und Aufklärung sorgen. 

Fazit

Die Corona-Pandemie ist eine herausfordernde Situation für alle. Sie beeinträchtigt unser Leben gravierend und verändert die einfachsten Lebensprozesse und Beziehungen. Das Internet konnte eine Stärke beweisen, die vielen bereits bewusst war, aber nie zu dem vollsten Potenzial genutzt wurde. Mehr Unternehmen und Privatpersonen beginnen die Vorteile des Netzes zu sehen und wir erkennen einen wahnsinnigen Fortschritt in Technik. Natürlich gibt es immer Risiken, die auch schon vorher vorhanden waren und  Punkte, wie der Datenschutz werden immer relevant sein, doch sehen wir durch das Internet gerade in Zeiten von Corona, dass es uns verbinden kann, uns Hoffnung gibt, die Welt weiterlaufen lässt und vor allem keinen alleine lässt.